» Aktivitätspotentiale junger Menschen in der Jugendarbeit

Im Rahmen einer Projektförderung des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Jahres der Jugend in Niedersachsen 2006 hatte das Paritätische Jugendwerk die Idee entwickelt, eine kleine qualitative Untersuchung zu den Wirkungen und Potentialen von Projekten der Jugendarbeit aus Sicht benachteiligter Jugendlicher durchzuführen. In der empirischen Studie stehen die Partizipationsformen benachteiligter junger Menschen in Projekten der Jugendarbeit im Vordergrund.

Ausgangspunkt war die Frage ob und wie mit Mitteln bildungsorientierter Jugendarbeit Potentiale sowohl für eine verbesserte Lebensbewältigung als auch in der Folge für eine produktive Lebensgestaltung benachteiligter junger Menschen erschlossen werden können. Es existieren bis dato kaum Untersuchungen, inwieweit die Jugendlichen auch in ihrem Sinne produktiv selbsttätig werden (können) und in den Angeboten auch tatsächlich Partizipations-, Bildungs- und Lernchancen wahrnehmen.

Untersucht wurden die Erfahrungen, Interessen, Perspektiven und Kritiken benachteiligter Jugendlicher, die über einen längeren Zeitraum (mind. 6 Monate, in der Regel länger als ein Jahr) im Projekt „Peer work als Chance“ (vgl.  Paritaet Report 4-06 und 1-08) aktiv mitgearbeitet haben sowie die Sichtweisen und Einschätzungen von drei sozialpädagogischen Fachkräften, die mit den Jugendlichen zusammengearbeitet haben. 

Die interviewten Jugendlichen haben komplexe Problemlagen zu bewältigen. Typische Probleme der befragten Jugendlichen sind Straffälligkeit/Gefängnisaufenthalt, finanzielle Schwierigkeiten aufgrund von ALG II-Bezug bis hin zur Versorgung über Lebensmittelgutscheine, Drogenge- und –missbrauch mit dazugehörigen Folgeproblemen (Beschaffungskosten, Antriebslosigkeit, Jobverlust), Gewalterfahrungen als Opfer und Täter, Abbrüche von Ausbildungsverhältnissen und Schule, Sinnlosigkeitserfahrungen und häufiger Verlust „normaler“ Freundschaften und sozialer Beziehungen.

Die von Karsten Maul, Prof. Dr. Ludger Kolhoff, Dr. Olaf Lobermeier und PD Dr. Rainer Strobl erstellte empirische Studie kann beim in der PJW-Geschäftsstelle in Wolfenbüttel bestellt werden.

Eine nähere Beschreibung des Projektes "Peer Work als Chance" kann in der PJW-Geschäftsstelle in Form einer Dokumentationsmappe inkl. Selbstevaluation angefordert werden. Eine überarbeitete Projektvorstellung und eine Zusammenfassung der Ergebnisse von Karsten Maul befindet sich auf der Homepage des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie.

Einige Ergebnisse und Eckpunkte der Studie können Sie hier Downloaden.